Kohlhaas
nach Heinrich von Kleist in der Bühnenfassung von Marco Baliani und Remo Rostagno
Regie: Mimi Schwaiberger
Dieser Kohlhaas ist ein starkes Stück. Und eine großartige Solo-Leistung von Christian Theil: ein Schauspieler, eine E-Gitarre, mehr als 17 Rollen. Frei nach Heinrich von Kleist spielt er unter der Regie von Mimi Schwaiberger die mittelalterliche Geschichte des Rosshändlers Michael Kohlhaas, der zum Mörder wird. Eine große Geschichte auf kleinster Bühne. Es wird erzählt, Musik gemacht, provoziert, ausgelacht, geblutet, geliebt, angebiedert, getrauert, gemordet, Gott um Verzeihung gebeten, gedemütigt und gerächt.
Er hätte, erklärt Kleist, als „Muster eines guten Staatsbürgers“ gelten können, „wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte.“ Als Michael Kohlhaas nach einem erlittenen Unrecht seine Ohnmacht gegenüber einer korrupten Obrigkeit erfährt, steigert sich sein Kampf für Recht und Gesetz zum Rachefeldzug. Aus dem Bürger wird ein Terrorist.
"Christian Theil gelingt es, die Distanz schrittweise zu reduzieren und immer mehr in die Titelrolle hineinzuschlüpfen, die Verletztheit, Zerissenheit und Verblendung von Kohlhaas deutlich zu machen. Der Rache-Raserei verleiht er eine gefährlich faszinierende Dynamik. Mühelos wechselt er zwischendurch in andere Rollen, jammert affektiert als Landherr oder fällt als Wahrsagerin in hexenhaftes Zischeln. Er spielt mit Mikrofon und Megafon, erzeugt auf der E-Gitarre dumpfes Pferdegetrappel und scharfe NAdelstiche ins Herz." (BNN)
"Ein Mann, wenige Requisiten und ein intensiver Theaterabend." (BNN)
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